Vorsicht bei alter Sonnencreme!

Wer die ersten sonnigen Frühlingstage draußen genießen möchte, sollte unbedingt an ausreichend Sonnenschutz denken. Da liegt der Griff zu den Restbeständen aus dem Vorjahr nahe. Eine aktuelle Studie zeigt, warum der Neukauf die bessere Entscheidung ist.

Was Sonnencreme leistet und womit

Sonnencremes sollen vor allem eins: Die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützen.

Viele Produkte nutzen dafür organische UV-Filtersubstanzen wie Octocrylen.

Sonnencreme altert

Französische Wissenschaftler*innen zeigten nun, dass sich genau dieses Octocrylen bei der Alterung zersetzt. Sie simulierten dazu künstlich einen Alterungsprozess von einem Jahr – also die Zeit, die eine angebrochene Flasche Sonnencreme üblicherweise im Schrank verbringt. Im Anschluss untersuchten sie die entstandenen Abbauprodukte. Und machten eine relevante Entdeckung:

Eines der dabei entstehenden Zerfallsprodukte war Benzophenon, ein Stoff, der unter Verdacht steht, krebserregend zu sein

Benzophenon bleibt nicht auf der Haut

Denn Benzophenon bleibt nicht auf der Haut, sondern gelangt bis zu 70 % von der Haut ins Körperinnere.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat den Stoff schon länger im Visier: Da Benzophenon in kleinsten Mengen auch in Lebensmitteln und deren Verpackungen vorkommt, hat sie Grenzwerte festgelegt. Diese besagen, wieviel Benzophenon täglich für die Gesundheit noch unbedenklich sind.

Bei Versuchen mit Proband*innen ergab sich nun, dass bei regelmäßigem Auftragen einer größeren Menge gealterter Sonnencreme dieser Grenzwert im Körper um ein Vielfaches überschritten wird.

Die gute Nachricht: Die im Tierversuch als krebserregend beschriebene Dosis wurde dabei nicht erreicht.

Alternativen

Wer das Risiko aber trotzdem scheut, sollte die alte Sonnencreme lieber entsorgen.

Denn frische octocrylenhaltige Sonnencreme enthält nur sehr geringe Mengen an Benzophenon.

Alternativ gibt es in der Apotheke ein großes Angebot an Sonnenschutz ohne Octocrylen. Diese enthalten stattdessen mineralische Substanzen wie Titandioxid oder Zinkoxid, um vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Diese werden von der Haut nicht aufgenommen.

Quelle: Deutsche ApothekerZeitung 12/2021

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