Mittagsschlaf als Blutdrucksenker?

Mittagsschläfchen entspannen nicht nur kurzfristig: Regelmäßige Siestas senken bei Hochdruckkranken offenbar den tagsüber gemessenen systolischen Blutdruck.

Lebensstiländerungen für den Blutdruck

Abnehmen, Rauchverzicht, mehr Bewegung und weniger Alkohol können den Blutdruck von hochdruckkranken Menschen um einige mmHg senken und gehören deshalb zu den empfohlenen Lebensstiländerungen. Womöglich reiht sich auch bald der Mittagsschlaf in diesen Reigen blutdrucksenkender Maßnahmen ein — vorausgesetzt, die Ergebnisse einer griechischen Studie lassen sich in anderen Untersuchungen bestätigen.

Durchschnittlich niedrigere systolische Werte

In dieser Studie an 212 Hypertonikern konnten Manolis Kallistratos und Kollegen den segensreichen Effekt des Mittagsschlafs nachweisen. 57% der Studienteilnehmer hatten in dem halben Jahr zuvor mindestens drei Mal pro Woche einen Mittagsschlaf von durchschnittlich 49 Minuten gehalten. Der zahlte sich aus: Bei den Mittagsschläfern wurden sowohl in der 24-Stunden-Blutdruckmessung als auch bei den Messungen tagsüber signifikant niedrigere durchschnittliche Werte als bei den Nichtschläfern gemessen (128 vs. 133 mmHg und 129 vs. 135 mmHg). Dabei hatten weder die Anzahl der von Patienten eingenommenen Hochdruckmedikamente noch die Ergebnisse verschiedener, die Herz-Kreislauf-Situation widerspiegelnder Untersuchungen einen Einfluss auf den Effekt.

Schon wenige mmHg senken Infarktrisiko

Die blutdrucksenkende Auswirkung des Mittagsschlafs war mit den Effekten anderer Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und Abnehmen vergleichbar, berichten die Forscher. Auch wenn es dabei nur um wenige mmHg geht, können die schon entscheidend sein. Denn eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 2 mmHg senkt anderen Untersuchungen zufolge das Risiko Herzinfarkt und Schlaganfall um bis zu 10%.

Bloß nicht zu lange schlafen!

Doch nicht jeder Mittagsschlaf scheint gesund zu sein. Frühere Studien haben gezeigt, dass eine Schlafdauer über eine Stunde das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht. Das könnte daran liegen, dass bei längerem Schlaf die REM-Phase erreicht und dadurch vegetatives Nervensystem und Herz-Kreislauf-System aktiviert werden. Den durch die regelmäßigen Siestas hervorgerufenen blutdrucksenkenden Effekt in der griechischen Studie führen die Forscher darauf zurück, dass die Teilnehmer dem Mittagsschlaf nur durchschnittlich 49 Minuten frönten.

Quelle: Ärztezeitung

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